Fingerübungen

Eigentlich will ich ja einen neuen Comic in Angriff nehmen. Es gibt auch schon ein halbfertiges Storryboard und ein paar Vorskizzen für die Charaktere. Aber im Moment habe ich zum Zeichnen zu wenig Zeit. Ich komme dazu fast jeden Tag ein bisschen herum zu kritzeln, damit die Finger nicht vergessen, wie das geht. Es ist wie bei einem Musiker, der eigentlich ein größeres Konzert einüben möchte, aber über das Spielen der Etüden nicht hinaus kommt.
Damit dieser Blog nicht ganz verwaist versuche ich daran zu denken, ab und zu eine Etüde hoch zu laden, das Schöne bei den visuell gestaltenden Künsten ist ja, dass man wegsehen kann, was bei den Fingerübungen eines Musikers nicht möglich ist.

Heiter bis wolkig

Ich habe nach langer Zeit (seit der Diplomarbeit, um genau zu sein) wieder die Aquarellfarben ausgepackt und ein wenig herum gespielt. Meine Motive passen zum Wetter: Heiter bis wolkig. Dieses Wochenende konnte ich beim Malen sogar im Garten sitzen, der sprießt gerade kräftig und hat auch schon die ersten zarten Salatblättchen vorzuweisen, die zum Essen natürlich noch etwas zu klein sind.

Impressionen aus Nürnberg

Wie jedes Jahr um diese Zeit haben wir uns nach Nürnberg aufgemacht, um meinen Schwager zu besuchen. Freundlicher Weise lebt er an einem Ort, der auch viel zu bieten hat für unsere doch unterschiedlichen Bedürfnisse. Und natürlich waren wir mit Bahn und Rad unterwegs.

Der Wald am Tiergarten zieht uns aus sehr unterschiedlichen Gründen an.

Dächer von Nürnberg, morgens in der vierten Etage …

Germanisches Nationalmuseum

… und ein bisschen skizzieren im Zug. Leider hält die hübsche Landschaft da draußen nicht still und ich musste mir das Meiste ausdenken.

Aus dem Skizzenbuch …




Im Moment beschäftigt mich mal wieder die Sache mit dem Licht. Am schwierigsten zu verstehen und in Zeichnung zu übertragen sind, glaube ich, jene Phänomene, mit denen wir tagtäglich selbstverständlich umgeben sind. Licht und Schatten auseinander zu nehmen und wiedergeben zu können ist eine große Herausforderung. Zu meiner Beruhigung weiß ich, dass damit fast jeder, der oder die versucht die dreidimensionale Welt auf zweidimensionales Papier zu bringen, zu ringen hat.

basics

Erkennt mein Blog mich noch? Scheint so.
Nun, da ich einen Zettel besitze, auf dem steht, dass ich Computer einschalten und Pinsel halten kann, dachte ich, ich lerne mal richtig zeichnen. Den Comic für meine Diplomarbeit habe ich ja unter Zuhilfenahme von Fotos gezeichnet und gemalt. Das ist für den Prozess aber eine echte Bremse, denn Fotos muss man ja erst mal machen, also genau wissen, was passieren soll, Leute finden, die bereit sind, sich ablichten zu lassen, Fotos machen, bearbeiten und dann abzeichnen.
Schneller geht es unbedingt, wenn die Künstlerin in der Lage ist, die Figuren zu konstruieren. Nun ist das Konstruieren von klassischen Comic-Helden die eine Sache, die Sorte von Zeichnungen, die ich in meinen Comics haben möchte, aber eine Andere. Ich steh halt eher auf Realismus als auf “Heroismus”. Ironischer Weise setzt die Befreiung von der Vorlage voraus, diese erst mal aufs intensivste zu studieren, sprich: Anatomie, Aktzeichnen und Analyse der Figur mit der Hilfe von Fotos.
Dabei kommt anfänglich wenig Vorzeigenswertes heraus.
Aber so langsam trägt meine intensive Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körper Früchte und ich fange an zu glauben, dass es mir irgendwann möglich ist, aus dem Kopf auf das Papier genau so gut zu zeichnen wie vom Foto.
das folgende Bild habe ich gestern vom Foto gezeichnet unter Beachtung aller möglichen Aspekte von Geste bis Anatomie (und trotzdem sieht der Arm zu lang aus …)
Und dieses habe ich heute ohne Vorlage gezeichnet.

Da stimmt so einiges noch nicht, die Knie zum Beispiel, aber ich kann mir vorstellen, dass ich “demnächst” mal wieder einen kleinen Comic in Angriff nehme, mir schwebt das Buch Ruth vor, das ist schön kurz. Nur so, zum Üben.

 

Und nun?

Die Prüfung ist bestanden und ich bin wieder Herrin meiner Freizeit. Ich könnte jetzt also malen, zeichnen, basteln wonach immer es mich gelüstet. Nun steht aber der Advent bevor und ich kann mich vor zu viel Auswahl erst mal in die Vorbereitungen für den Bazar stürzen. Na so ein Glück.

Ein weiteres Projekt habe ich begonnen, dass ich als Experiment betrachten würde. Ich möchte auf Dauer weg vom polymerclay und hin zu einem natürlicherem und weniger stinkenden Modelliermaterial. Leider kenne ich keine Luft trocknende Modelliermasse, die sich sich wirklich schön verarbeiten lässt und echten Ton muss man bei Temperaturen brennen, die mein kleiner Puppenbachofen ein wenig unterschreitet, so um etwa 1800 Grad.

Also probiere ich nun mit verschiedenen Massenmischungen herum, die ich mit einer alten Küchenmaschine verknete. Ich bin und bleibe doch ein Spielkind, aber am Ende kommt doch ja doch meist so was wie Kunst dabei rum.