Abgegeben ist

Nun heißt es abwarten. Das Kolloquium ist im November.
Erstaunlicher Weise hatte ich wenige Momente, in denen ich „keinen Bock“ mehr hatte, sowohl das Malen als auch das Bearbeiten am Computer haben Spaß gemacht. Selbst das Schreiben der Hausarbeit war, bis auf den Teil Kompositionslehre und „Farbesoterik“, eine Freude. Ich teile hier meine Schlussbetrachtung mit der geneigten Leserin und dem geneigten Leser, damit sie sich selbst ein Bild machen können.
Die biblische Figur Esther hat mich schon lange immer wieder beschäftigt. Diese einfache Erzählung beinhaltet eine tief empfundene und nachvollziehbare Religiosität. Durch die intensive graphische und auch textliche Beschäftigung mit der biblischen Vorlage hat sich mir eine neue, andersartige Beziehung zu diesem Buch ergeben. Zuvor hatte ich mich überwiegend in rein sprachlicher Form mit den Fließtexten auseinander gesetzt.
Meine collagenhafter Stil sowie die Medien Aquarell und Buntstiftzeichnung ermöglichten mir, den Stoff losgelöst von historischen Verquickungen neu zu entdecken und für eine junge, weibliche Leserschaft zugänglich zu machen.
Ich habe mir bei der Erstellung dieses Comics die Aufgabe gestellt, die Geschichte Esthers mit Bildern so zu erzählen, dass sie für Jugendliche, weibliche Leserinnen interessant und ansprechend wirkt. Dies habe ich in meinem Comic verwirklicht, indem ich die Emotion in den Vordergrund stelle. Die Leserin ist eingeladen am emotionalen Leben der Charaktere teilzunehmen.
Ich greife auf Methoden der Emotionsvermittlung zurück, die dem Theater entlehnt sind und ermögliche durch körpersprachlichen und mimischem Ausdruck der Akteure der Leserin direkt am Geschehen Teil zu haben.
Bei einem Comic fasziniert mich das Zusammenspiel von Sprache und Bild. Mittels dieser Verbindung kann viel mehr ausgedrückt werden, als durch Worte oder Bilder allein. Die narrative Technik des Shojo zum Einen, die durch westliche Kunst geprägten Bilder zum Anderen und schließlich der Text, der über 2000 Jahre alt ist, greifen in ihrer Verbindung die Thematik der Collage wieder auf und setzten sie fort.
Mit Esther habe ich meinem Comic eine weibliche Identifikationsfigur gegeben, die für die Leserin glaubhaft ist und sie anregen kann, über ihre eigenen Glaubensfragen nachzudenken.

An diesen paar Sätzen habe ich besonders lange herum geschraubt und war sehr dankbar für die freundliche Unterstützung, die ich erhalten habe. Genau zu analysieren, warum ich den Bibeltext wie behandelt habe oder was die westliche Comiczeichnerin vom Shôjo-Manga lernen kann. hat mir hingegen sehr viel Freude gemacht.

Meinen herzlichen Dank möchte ich allen sagen, die geholfen haben, beim Scannen, beim Korrektur Lesen und anderen Hürden, allen, die sich mir freundlicher Weise als Modelle zur Verfügung gestellt haben, und allen, die mich so liebevoll ertragen haben, diesen ganzen Sommer lang. Und ich danke dem, der andauernd die Küche aufgeräumt und für mich gekocht hat.

Leave a comment

Your comment